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Rugby - ein modernes Sportspiel mit langer Tradition
Rugby ist ein Sport, der sehr stark vom Mannschaftsgeist geprägt und für jeden geeignet ist, da er keine besonderen Voraussetzungen erfordert. In diesem Spiel gibt es nicht den besonderen Modellathleten, da es verschiedene Positionen innerhalb einer Mannschaft gibt. Egal ob dick, ob dünn, ob groß ob klein - jeder kann beim Rugby seinen Spaß und Erfolg haben.
Geschichte des Rugby
Rugbyähnliche Ballspiele sind bereits aus der Antike (China, römisches Reich) bekannt. Im Mittelalter gab es in Italien, Frankreich und England volkstümliche Spiele, bei denen ganze Ortschaften gegeneinander kämpften; die Stadttore galten als Tore, das Gelände zwischen ihnen als Spielfeld.

Das moderne Spiel ist nach der englischen Stadt Rugby benannt, als sein Entstehungsjahr gilt 1823. Damals schuf, wie es auf dem Gedenkstein an der Mauer der Schule von Rugby heißt, der Schüler W. Webb Ellis das charakteristische Merkmal des Rugby-Spiels, indem er "in klarer Nichtachtung der Regeln für Fußball, wie er in seiner Zeit gespielt wurde, als erster den Ball in seine Arme nahm und mit ihm lief."

Das Spiel verbreitete sich rasch, zunächst an englischen Schulen und Universitäten. 1871 entstand die englische Rugby-Football Union; von ihr wurden 1875 die Regeln festgelegt, die seither nur dahingehend verändert wurden, um das moderne Spiel schneller und attraktiver zu gestalten.

Von Großbritannien aus, das mit seinen 3 Nationalmannschaften (England, Wales, Schottland) das Zentrum des Rugby blieb, verbreitete sich das Spiel schnell im übrigen Europa, den Commonwealth-Ländern und Amerika.

Der International Rugby Board IRB (Weltverband des Rugbysports) wurde 1886 gegründet, diesem gehören mittlerweile 96 nationale Verbände an. Im International Rugby Board laufen zahlreiche Programme, die sich verstärkt der weltweiten Verbreitung dieser Sportart zuwenden.

Vom IRB werden alle vier Jahre Weltmeisterschaften veranstaltet, welche mit 3 Milliarden Zusehern, nach den olympischen Sommerspielen und der Fußball Weltmeisterschaft, das dritt wichtigste Sportereignis weltweit ist.

In Österreich ist 1978 der erste Rugby Club (Vienna Celtic) entstanden, welchem im Laufe der Zeit weitere folgten, so dass im Jahre 1992 der österreichische Rugby Verband gegründet werden konnte, welcher wiederum seit dem Jahr 1995 Mitglied des internationalen Verbandes ist. Heute gibt es in Österreich 13 Vereine mit über 1000 aktiven Mitgliedern.

In der aktuellen Saison wird die österreichische Meisterschaft im 15´er Rugby von sechs Mannschaften, den drei Wiener Vereinen und drei Spielgemeinschaften Linz/Krems, Graz/Leoben, Salzburg/Innsbruck ausgetragen.

Weiters gibt es noch den Challenge Cup, der von Graz, Linz, Innsbruck, Leoben, Krems, Wiener Neustadt, Bad Reichenhall (BRD), Paternion, Celtic B bestritten wird. Der Cup wird als 7´er Rugby in Turnierform ausgetragen. Dieser Bewerb ermöglicht es den Mannschaften kontinuierlich ihr Potential zu erhöhen, um die Lücke zu den arrivierten Wiener Vereinen zu schließen. In der Bundeshauptstadt wird noch eine U14 und eine U18 Meisterschaft gespielt.
Rugby - Was ist das ?
Rugby gehört zu den ältesten Ballspielen der Welt. In seinen wettkampforientierten Formen ist Rugby ein körperbetontes Mannschafts-sportspiel, das jedoch strengen Reglementierungen unterworfen ist und im Freien stattfindet.

Obwohl Rugby grundsätzlich ein Kontaktspiel ist, gibt es viele Formen des Rugby, in denen ganz bzw. bedingt auf den Körperkontakt verzichtet wird. Die verschiedenen Spielformen des Rugby unterscheiden sich neben Spielfeldgröße und Anzahl von Spielern insbesondere dadurch, dass das Kicken des Balles sowie der körperliche Einsatz entweder erlaubt, eingeschränkt oder verboten sind. Trotz ihrer teilweise differierenden Regelwerke basieren die verschiedenen Spielformen auf einer gemeinsamen Spielidee.
Spielidee des Rugby
Zwei Mannschaften versuchen, einen ovalen Ball durch Tragen und Zuspielen in das jeweils gegnerische Malfeld (Bereich am Kopfende des Spielfeldes) zu bringen und dort abzulegen bzw. einen entsprechenden gegnerischen Versuch zu unterbinden. Das Abspiel des Balles darf hierbei jedoch nur zur Seite oder nach hinten erfolgen. Jeder erfolgreiche Versuch, den Ball im gegnerischen Malfeld abzulegen, wird mit Punkten bewertet. Die Mannschaft, die innerhalb einer bestimmten Zeit die höchste Punktzahl erreicht, hat das Spiel gewonnen. In einigen Spielformen können durch das Kicken des Balles durch die Malstangen zusätzliche Punkte erzielt werden.

Das Zusammenspiel ist fest in der Spielidee verankert. Die Rückpassregel macht es - mehr als in den meisten anderen Mannschaftssportspielen - notwendig, innerhalb der Mannschaften zu kooperieren. In allen Spielformen können durch das Ablegen des Balles im gegnerischen Malfeld Punkte erzielt werden. Da ein einzelner langer Pass nach vorne im Rugby nicht erlaubt ist, ist es erforderlich, durch häufiges geschicktes Passen das gegnerische Team auszuspielen und den Ball nach vorne zu tragen. Gute einzelne Leistungen können nur zum Erfolg führen, wenn entsprechende Angriffs- bzw. Abwehraktionen von allen Spielern eines Teams gemeinsam unterstützt werden.

Das Rugby-Spiel bietet für jeden Spielertypen eine, seinen Stärken und Schwächen entsprechende, "ideale" Spielposition. Eine Mannschaft besteht grundsätzlich aus 15 Spielern. Es gibt aber auch Turniere, bei denen in den Mannschaften nur sieben Spielern eingesetzt werden. So haben z.B. dicke und kräftige Spielertypen vor allem Vorteile in der direkten körperlichen Auseinandersetzung (z.B. im Sturm und im Gedränge), während die Vorzüge kleiner flinker Spieler zumeist in den 1 zu 1 Laufsituationen (z.B. in der ¾ Reihe) liegen. Ebenso finden sich für technisch versierte Spielertypen, für Spieler mit einer guten Spielübersicht, sowie für besonders sichere Fänger eine ihren Stärken entsprechende Spielposition, die sie ganz fordert. Gleichzeitig verlangt das Rugby-Spiel aber auch von jedem Spieler zu jeder Zeit die Aufgaben anderer Positionen zu übernehmen.
Ablauf eines Rugbyspiels
Die Spielfläche umfasst das Spielfeld (nicht mehr als 100 Meter lang und nicht breiter als 69 Meter) und die beiden Malfelder. Auf den Mallinien stehen Malstangen, deren Pfosten 5,60 Meter voneinander entfernt sind. Die Latte befindet sich in drei Meter Höhe.

Rugby wird mit einem ovalen Ball (28 - 30 cm lang, 400 - 440 g schwer, Umfang 58 - 62 cm) gespielt. Er ist deshalb oval, weil er von den Spielern beim Laufen besser getragen werden kann als ein runder Ball.

Ein Rugbyspiel Erwachsener dauert 2 x 40 Minuten. Die Pause zwischen den beiden Halbzeiten ist auf fünf Minuten festgelegt. Während dieser Erfrischungspause verlassen die Mannschaften das Spielfeld nicht.

Nach einem schwerwiegenden Regelverstoß wird ein Straftritt verhängt. Dieser darf entweder zum Angriff oder zum Raumgewinn oder aber, wie bei der Erhöhung, zu einem Tritt durch Malstangen genutzt werden. Bei Erfolg erhält die Mannschaft, die den Straftritt ausgeführt hat, drei Punkte. Eine allerdings noch härtere Ahndung eines Vergehens stellt der Strafversuch dar. Er soll der angreifenden Mannschaft zwischen den Malstangen zugesprochen werden, wenn ein Versuch wahrscheinlich erzielt worden wäre, aber durch Foulspiel des verteidigenden Teams verhindert wurde. Ebenso soll verfahren werden, wenn wegen Foulspiels der verteidigenden Mannschaft der Versuch wahrscheinlich an einer günstigeren Stelle erzielt worden wäre als dort, wo der Ball niedergelegt wurde. Wie ein regulär erzielter Versuch zählt der Strafversuch fünf Punkte und kann durch Erhöhung um zwei weitere Punkte aufgestockt werden.

Bei nicht so schwerwiegenden Verstößen kann ein Gedränge angeordnet werden. Das Gedränge ist die für das Rugbyspiel typischste Spielsituation. Wer an Rugby denkt, hat dabei sicherlich die aus meistens sechzehn Spielern (die acht Stürmer beider Mannschaften) bestehende "Schildkröte" vor Augen. Der Ball wird von dem Gedrängehalb des Teams, das den Regelverstoß nicht begangen hat, in den freien Raum zwischen den beiden Sturmformationen geworfen mit dem Ziel, dass ein Spieler den Ball mit den Füßen für seine Mannschaft gewinnt, und dieser dann durch die drei Sturmreihen nach hinten gehakelt wird. Am Ende des Gedränges nimmt ihn dann der Gedrängehalb auf und versucht, den Ball nutzbringend in seine Hintermannschaft zu passen.

Aus dem laufenden Spiel heraus darf jeder Spieler den Ball mit einem Sprungtritt durch die Malstangen treten. Dabei muss der Ball zuerst den Boden und dann den Fuß des Spielers berühren. Gelingt dieser schwierige Tritt, wird die erfolgreiche Mannschaft mit drei Punkten belohnt.

Ebenso typisch wie das Gedränge ist für das Rugbyspiel die Gasse. Wie bei anderen Sportarten auch, wird das Spiel unterbrochen, wenn sich der Ball im Seitenaus befindet. Die Partie wird mit einer Gasse fortgesetzt, die der Schiedsrichter grundsätzlich dort anordnet, wo der Ball die Seitenauslinie überschritten hat. Eine Gasse wird von mindestens zwei Spielern jeder Mannschaft gebildet, die sich senkrecht zur Seitenauslinie in einfachen Reihen hintereinander aufstellen. Von der Seitenauslinie wirft ein Spieler der Mannschaft, die den Ball nicht ins Seitenaus gespielt hat, regelmäßig der Hakler (Nummer 2), den Ball gerade in den freien Raum zwischen den beiden Spielerreihen. Schräges Einwerfen stellt eine Regelwidrigkeit dar und wird abgepfiffen.

Warum gibt es relativ wenige Verletzungen?
Jeder Spieler lernt im Training, wie er sich in den einzelnen Spielsituationen verhalten soll, und wenn er regelmäßig trainiert, dann befindet er sich auch in einem körperlich fitten Zustand, so dass ihm normalerweise nichts passiert. Weder Stoßen, Rempeln, Checken, Herumschleudern des Gegners, Beinstellen noch Hochhalten (Festhalten an Hals oder Kopf) sind erlaubt. Aber entscheidend ist, dass es im Rugbysport keine schlagenden Bewegungen wie z.B. beim Fuß- oder Handball gibt. Die natürliche Bewegung, um eine Gegner zu stoppen ist eine Klammerbewegung, die kein Verletzungsrisiko in sich birgt. Auch verbale Auseinandersetzungen mit Mitspielern, Gegnern, Schiedsrichten oder Zuschauern sind nicht erlaubt und werden sofort geahndet.
Plädoyer für den Rugby-Sport
Rugby ist ein Mannschaftssportspiel, das mit vielen Vorurteilen behaftet ist und oft verkannt wird. Unter dem Grossteil der Bevölkerung überwiegt die Vorstellung, Rugby sei ein chaotisches, brutales Kampfsportspiel ohne festes Regelwerk. Diese in Österreich vorherrschende negative Meinung über den Rugby-Sport ist unter anderem auf den geringen Bekanntheitsgrad zurückzuführen. Der Rugby-Sport findet hierzulande bisher kaum oder wenig Beachtung.

In den Staaten des Commonwealth nimmt Rugby jedoch seit Jahren in den Schulen, den Vereinen sowie in den Medien eine Schlüsselrolle ein. So wird unter anderem in den Schulen Englands, Irlands, Australiens, Neuseelands aber auch Frankreichs und Italiens Rugby auch im koedukativen Sportunterricht sinnvoll eingesetzt bzw. unterrichtet. Es ist weiterhin ein Phänomen, dass es bei RUGBY-Großveranstaltungen in keinem der aufgeführten Ländern vor, während oder nach den Spielen Krawalle bzw. "hooligan" ähnliche Ausschreitungen gibt oder gegeben hat. Die Fans und Besucher gehen miteinander und gewaltfrei ohne besonderes Polizeiaufgebot oder Schutz zum Stadion, um die positiven Aktionen beider Mannschaften (auch die des Gegners) während des Spieles friedlich zu würdigen. Ferner werden die Entscheidungen des Schiedsrichters und die seiner Assistenten von den Spielern und Zuschauern akzeptiert und nicht zum Anlass wütender und empörter Proteste genommen. Diese Fakten sind bisher in keiner Untersuchung zur Gewaltdiskussion im Sport erwähnt bzw. wahrgenommen worden.

Rugby Wörterbuch
Im Spielverlauf werden hauptsächlich englische Ausdrücke verwendet, wir haben aber in unserem Schriftstück deutschsprachige Begriffe gewählt, da diese in den meisten Fällen selbsterklärend sind und daher für nicht fachkundige Leser leichter zu verstehen sind. Im Anschluss finden Sie die Übersetzung der wichtigsten Begriffe ins Englische:

Erhöhungconversion
Freikickfreekick
Gasseline out
Gedrängescrum
Gedrängehalbscrumhalf
HaklerHooker
Hintermannschaftbacks
Hochhaltenhigh tackling
Lattecrossbar
Malfeldtryzone
Mallinietryline
Malstangengoalposts
Mannschaftenteams
Offenes Gedrängeruck
Paketmaul
Seitenausline out
Seitenauslinietouchline
Sprungtrittdrop kick
Strafstoßpenalty kick
Strafversuchpenalty try
Stürmerforwards
Malstangengoal
Tiefhaltentackling
Verbinderfly half
Versuchtry
¾ Reihespielerwing


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